Die Begriffe „Jüdische Studien“ und „Judaistik“ sind die offiziellen Bezeichnungen einer wissenschaftlichen Disziplin, die an mehreren Universitäten im deutschsprachigen Raum studiert werden kann. Studierende der Jüdischen Studien sollen am Ende des Studiums in der Lage sein, historische und moderne Quellentexte selbständig zu übersetzen, zu analysieren und zu kontextualisieren.

 

Das Studium hat als Ziel, die Vermittlung und Erforschung der Geschichte von Religion und Kultur des Judentums. Die jüdische Religions- und Kulturgeschichte werden hierbei nicht als passives Objekt äußerer Einflüsse, sondern als aktiv handelnder Teil der allgemeinen Kultur aufgefasst. Da ein Großteil der jüdischen Kultur in Originaltexten auf Hebräisch beschrieben wird, ist ein Erwerb der hebräischen Sprache (von biblisch bis modern), auch ein Ziel des Studienprogramms der Studierenden. Als Basismodule des Bachelors gelten die Grundlagen der Wissenschaft vom Judentum, die hebräische Sprache I -Biblisches Hebräisch und die hebräische Sprache II – Modernhebräisch. Darüber hinaus, ist durch die Aufbaumodule einen Spezialisierung ins Aramäisch, Judäo-Arabisch, Jiddisch, Ladino, Judäo-Persisch und Judäo-Griechisch möglich.

 

Es gibt allerdings kleine, aber feine Unterschiede zwischen der Bezeichnung „Jüdische Studien“ und „Judaistik“. Die jüngere Bezeichnung „Jüdische Studien“ lehnt sich an die nach der Shoa (dem Holocaust) zunächst im angloamerikanischen Raum und Israel fortgesetzte Disziplin der Wissenschaft der sogenannten „Jewish Studies“. Diese erforschen die Wissenschaft des Judentums von einem neutralen Standpunkt aus. Wohingegen die „Judaistik“ die traditionelle Fachbezeichnung ist, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg im deutschsprachigen Raum durchgesetzt hat. Das Fach soll weder konfessionell gebunden noch darauf beschränkt sein, das Judentum allein als Religion zu betrachten. Es ist deshalb zugänglich für alle Bewerber und Bewerberinnen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Aufgrund dieser nicht-Konfessionell gebundenen Richtung ist das Fach normalerweise an Philosophischen Fakultäten angesiedelt und nicht an den Theologischen Fakultäten.

 

Der Studiengang „Jüdische Studien“ kann an deutschen Universitäten als Kern- und Nebenfach-Bachelor-Studiengang,  zum Beispiel an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, sowie zum Teil als Master-Studiengang, wie an der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf, studiert werden. Ausgenommen davon ist die in Kooperation zwischen dem Institut für Jüdische Studien der Universität Potsdam und dem Abraham Geiger Kolleg angeschlossene Rabbinerausbildung. Das Besondere an der Heinrich-Heine-Universität ist, dass sie durch die vier Professuren im Institut für Jüdische Studien, zu einer der stärksten universitären Standorte dieses Fachs in Deutschland zählt. Eine europaweit einzigartige Besonderheit an der Heinrich-Heine-Universität ist die Verbindung mit der Jiddistik, also Jiddische Kultur, Sprache und Literatur. Wenn diese bundesweit einzigartige Fächerkombination studiert wird, wird darauf geachtet, dass die Organisationsstruktur, Lehrinhalte und Stundenpläne beider Fächer dementsprechend in besonderer Weise aufeinander abgestimmt werden. Das Fach  „Jüdische Studien“ ist in Düsseldorf thematisch, geographisch, kulturräumlich wie auch zeitlich in idealtypischer Weise studierbar.

Mögliche Berufsfelder werden insbesondere im Bereich der Wissensvermittlung, im Bereich der Publizistik, in Bibliotheken, Archiven, Museen und Dokumentationsstätten, in Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsmanagement gesehen.

Es stellt sich also heraus, dass das Studienfach „Jüdische Studien“ aufgrund der wissenschaftlich, neutralen Betrachtung des jüdischen Geschichte, Kultur und Sprache in der philosophischen Fakultät absolut richtig ange