Das „Studium der Videospiele“ – Informatik

Das klischeehafte Bild des Informatikstudierenden mit Hornbrille, blasser Haut, Zahnspange, Pullunder und Gameboy passt schon lange nicht mehr. Denn das Informatik Studium ist in den letzten Jahrzehnten von einem eher weniger interessanten Studienfach zu einem beliebten und erfolgreichen Studienfach geworden. Informatik kann in Nordrhein-Westfahlen an Universitäten, technischen Universitäten, Gesamthochschulen und Fachhochschulen, sowie im Fernstudium studiert werden. Die Regelstudienzeit beträgt für den Bachelor 6-8 Semester und wird durch eine Hochschulprüfung und dem akademischen Grad „Bachelor of Science“ abgeschlossen. Das Studium kann aber auch an Berufsakademien dual abgeschlossen werden, dann allerdings ohne akademischen Grad. Zudem ist es möglich sich direkt, oder erst im Laufe des Studiums zu spezialisieren. So können Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik oder Informatik auf Lehramt auch an einigen Hochschulen direkt studiert werden. Studieninhalte sind in den ersten Semestern hauptsächlich Grundkenntnisse der praktischen, theoretischen und technischen Informatik, wie etwa Algorithmen oder Datenstrukturen. Im zweiten Teil des Informatik Studiums findet eine stärkere Spezialisierung statt, die Ausbildung enthält dann stärkere interdisziplinäre Elemente. Dazu gehört auch die Vertiefung der im Grundstudium bereits kennengelernten Fächer. Die Spezialisierung kann aber auch, wie bereits erwähmt in ein Zusatzstudium mit eigener Prüfung münden. Zudem erwerben die Studierenden die nötigen mathematischen Grundlagen in Analysis, Stochastik und lineare Algebra. Die Auswahlgrenzen für das Informatikstudium variieren stark, so hat zum Beispiel die Westfälische Wilhelms-Universität Münster einen NC von 2,4 und die Heinrich-Heine Universität Düsseldorf bietet den Studiengang zulassungsfrei an.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob man mit einem reinen Informatik Studium letztlich nur vor dem PC oder Laptop sitzt, Zahlen und Codes in den Rechner eintippt und dadurch ein neues Videospiel selbst schreibt. Darauf kann ich mit einem klaren „nein“ antworten. Natürlich sind einige Informatikstudierende durchaus in der Lage Videospiele oder Computerprogramme komplett selbst zu schreiben, allerdings bringt das Studium viele mehr verschiedene Berufsoptionen mit sich. Es gibt „den“ Informatiker nicht, da sich die fachlichen Anforderungen je nach Spezialisierung und Einsatzgebiet richten. So würde zum Beispiel ein Bioinformatiker nicht der gleichen Tätigkeit nachgehen, wie ein Wirtschaftsinformatiker. Allerdings ist zu sagen, dass zu den allgemeinen Aufgaben aller Informatiker immer die Entwicklung und Wartung von Soft- und Hardware gehören.

Da wir in Zeiten mit zunehmender Digitalisierung der Wirtschaft leben, hat die Informatik eine zentrale Rolle im Geschäftsleben erhalten. Daraus ergeben sich logischerweise auch gute Aussichten bei Lohn und Verdienst für Absolventen des Informatik Studiums. Es ist ganz klar zu sagen, dass die Einstellungs- und Einkommenschancen von Informatikern überdurchschnittlich gut sind und dank der voranschreitenden Digitalisierung auch bleiben.

Meiner Meinung nach wird das Studium der Informatik immer noch viel zu klischeehaft gesehen. Es studieren nicht irgendwelche „Nerds“ die noch Zuhause im Keller bei Mama wohnen und in ihrer Freizeit nur vorm PC sitzen und irgendwelche Spiele spielen. Es studieren junge Menschen, die sich für IT und Datenverarbeitung interessieren und digitale Prozesse verstehen und optimieren möchten. Und genau diese Leute brauchen wir in Zeiten der Digitalisierung, da sie diese vorantreiben und unterstützen. Diese Fachkräfte werden meiner Meinung nach auch in den Berufen der Zukunft, die wir uns momentan noch gar nicht vorstelle können, arbeiten. Es ist also mehr als nur ein „Studium der Videospiele“.